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Rezension

[Rezension] Caroline Bernard: Die Frau von Montparnasse

Ansicht Buch „Die Frau von Montparnasse“

Caroline Bernard: Die Frau von Montparnasse
Preis: 12,99 € (Klappenbroschur) / 9,99 (eBook)
Verlag: Aufbau Verlag
Erscheinungstermin: 15. Februar 2021

Die Frau von Montparnasse ist ein Buch von Caroline Bernard. Es ist am 15. Februar 2021 bei Aufbau als Klappenbroschur erschienen. Das Buch umfasst ca. 448 Seiten.

Inhalt

Die große Philosophin Simone de Beauvoir und die Liebe in Freiheit

Paris, 1929: Die junge Simone will studieren – und schreiben. Dann begegnet sie Jean-Paul Sartre, Enfant terrible, Genie und bald ihr Geliebter. Sie schließen einen Pakt, der ihre Liebe und dabei sexuelle Freiheit sichern soll. Gemeinsam formulieren sie die Philosophie des Existenzialismus, sind der Mittelpunkt der Pariser Bohème. Doch ihren Traum vom Schreiben kann Simone nicht verwirklichen – die Verlage lehnen ihre Texte als „unpassend“ ab. Und auch um die Beziehung zu Sartre muss sie kämpfen. Denn: Wie lässt sich eine große Liebe mit dem Streben nach Freiheit vereinbaren?

(Klappentext)

Meinung

Das Cover ist genau das, was mir sehr gut gefällt. Es zeigt ein altes Paris mit Pflanzen, Sitzgelegenheiten und im Hintergrund den Eiffelturm. Im Vordergrund eine Frau, die sehr gut an Simone de Beauvoir erinnert mit ihrem Haarband. Dementsprechend also sehr passend.

Starke Frauen

Im Aufbau Verlag sind bereits einige Bücher dieser Art erschienen. Sie gehören alle zur Reihe der starken Frauen. Für mich ist Die Frau von Montparnasse nicht das erste Buch aus dieser Reihe und auch nicht das erste Buch von Autorin Caroline Bernard. Ich hatte also wieder gute Erwartungen an die Geschichte und wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Für mich ist die Reihe sehr besonders, da ich dadurch so viele tolle Frauen kennenlerne, die ich vorher entweder noch gar nicht oder nur dem Namen nach kannte. Man lernt so viel dazu, obwohl die Geschichte natürlich teilweise fiktiv ist.

Caroline Bernard hat einen schönen Schreibstil, der mich direkt abholt und es mir leicht macht, das Buch zu lesen. Die vielen Seiten waren schnell gelesen. Sie schafft es außerdem, die “alte Sprache“ so in das Buch einzuweben, dass man es in der heutigen Zeit trotzdem sehr gut lesen und verstehen kann. Besonders schön fand ich auch das Nachwort von ihr, das nochmal Erklärungen gegeben hat und aufzeigt, wie sie zu Simone de Beauvoir als Charakterin kam.

Philosophie und Freiheit

Die zentralen Themen im Buch sind natürlich interessant und schwierig zugleich. Gerade philosophische Themen können schnell zu kompliziert werden oder langweilen, wenn man sich nicht dafür interessiert. Das hat Caroline Bernard aber gut verpacken können. Es hält sich in Waage, sodass man die zentralen Thesen von de Beauvoir (und auch Sartre) mitbekommt. Aber es geht nicht zu sehr in die Tiefe. Stattdessen bekommt man eher Lust, sich mit weiterführender Literatur zu beschäftigen. Ich selbst möchte nach Beenden des Buches gerne durch die Bücher von Simone de Beauvoir blättern und einige Thesen nochmal aufgreifen.

Ich persönlich habe mich vorher mit ihr als Person nicht beschäftigt und kannte viele Aspekte noch nicht. Daher war der Roman für mich ein guter Einstieg und hat mir zumindest die erste Lebenshälfte von Simone gut aufgezeigt. Es wird sehr deutlich, dass sie ihrer Zeit voraus war und andere Gedanken und Wünsche hatte. Das hat es natürlich nicht einfach gemacht für sie. Aber es ist schön, dass sie trotzdem für sich eingestanden und gekämpft hat. Dadurch fand ich es aber schade, dass sich ihr Leben so oft um ihren Geliebten und Freund Sartre gedreht hat.

Der Kampf zwischen dem Klischee und dem Neuen

Gerade dieses Zusammenspiel mit Sartre hat gezeigt, wie sehr Simone kämpfen musste. War sie allein, hat sie auf mich viel stärker und eigenständiger gewirkt. Sobald Sartre im Spiel war, hat sie gefühlt nach seiner Nase getanzt und ist doch wieder in ältere Rollenbilder gefallen. Das hat Caroline Bernard sehr schön aufgezeigt.

Insgesamt kamen so viele Namen bzw. Personen in diesem Buch vor, die ich stellenweise kannte. Aber auch neue Persönlichkeiten. Dadurch hatte ich allerdings teilweise Probleme, die ganzen Menschen auseinanderhalten zu können. Eine Art Personenverzeichnis oder Glossar hätte mir da manchmal geholfen, damit ich nachschauen kann, wer wie wo was wann. Zumindest für die wichtigen Figuren.

Fazit

Letztendlich bleibt mir nur zu sagen, dass ich auch dieses Buch von Caroline Bernard wieder sehr gut fand. Der Roman hangelt sich entlang der tatsächlichen Fakten und lässt die Leser somit einen tiefen Einblick in das Leben von Simone de Beauvoir gewinnen. Für mich stellenweise nur etwas wirr durch viele Namen und Personen. Aber ich habe nun eine Persönlichkeit mehr, die mich sehr interessiert und mit der ich mich im Nachgang noch weiter beschäftigen möchte.

Vielen Dank an Lovelybooks und Aufbau Verlag für die Bereistellung des Leseexemplars.

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1 Comment

  • Reply Buechertatzen - [Rezension] Michelle Marly: Romy und der Weg nach Paris |

    […] wie „Die Frau von Montparnasse“ gehört auch Michelle Marlys „Romy und der Weg nach Paris“ zur Reihe über starke Frauen, […]

    17. April 2021 at 14:27
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