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Rezension

[Rezension] Romina Casagrande: Als wir uns die Welt versprachen

Ansicht eBook „Als wir uns die Welt versprachen“

Romina Casagrande: Als wir uns die Welt versprachen
Preis: 22,00 € (Hardcover) / 18,99 (eBook)
Verlag: S. Fischer Verlage
Erscheinungstermin: 10. März 2021

Als wir uns die Welt versprachen ist ein Buch von Romina Casagrande. Es ist am 10. März 2021 bei S. Fischer Verlage als Hardcover erschienen. Das Buch umfasst ca. 480 Seiten. Das italienische Original I bambini di Svevia erschien 2020. Übersetzung von Katharina Schmidt und Barbara Neeb unter Mitarbeit von Lisa Grüneisen.

Inhalt

„Ich werde alles tun, um unser Versprechen einzulösen. Denn ein ganzes Leben hat nicht ausgereicht, um es zu vergessen.“

Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen.

So ergreifend wie humorvoll: Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit – wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen.

(Klappentext)

Meinung

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Klappentext nicht kannte, als ich das Buch begann. Rein vom Cover her hatte ich mir gewisse Vorstellungen von der Handlung gemacht und bin mit diesen Erwartungen an das Lesen heran gegangen. Schnell habe ich dann aber gemerkt, dass ich es hier mit etwas ganz anderem zu tun bekomme, als ich eigentlich zu „Als wir uns die Welt versprachen“ gedacht hatte.

Viele Charaktere, ohne Durchblick

Gerade der Einstieg fiel mir unter anderem aus diesem Grund etwas schwer. Ich wusste nicht wirklich, welche Handlung nun auf mich zukommen wird. Die Personen taumelten alle noch wirr durch meinen Kopf und ich konnte mir nicht merken, wer jetzt wer ist und welche Rolle diese Personen spielen. Tatsächlich hielt sich gerade das bei manchen Charakteren noch sehr lange im Buch, sodass mir eine deutlichere Erklärung oder einen Gedankenstütze sehr geholfen hätte.

Einzig die Hauptcharaktere Edna und Papagei Emil konnte ich mir nach dem Einstieg sehr gut merken, denn sie waren ja letztendlich die zentralen Personen im Buch. Edna selbst wirkte auf mich irgendwie zuckersüß und stark zugleich. Sie hat sich ein Ziel in den Kopf gesetzt und tut alles dafür, dieses auch zu erreichen. Koste es, was es wolle.

Protagonistin Edna und ihre Szenen

Wer hätte auch gedacht, dass eine Frau in Ednas Alter so einen Weg auf sich nehmen würde? Ihre Reise ist ein stetiges Auf und Ab. Mal läuft es ganz gut, dann kommt ein Wendepunkt und es wird etwas schlechter. Aber immer findet sie einen Weg heraus aus der Krise. Das ist sehr bewundernswert. Allerdings wirkte das schon manches Mal fast zu konstruiert und unrealistisch. Öfter habe ich mir Gedanken gemacht, ob es einfach Ednas Charakter ist, der zu diesen ganzen Szenen führt oder ob es nicht wirklich der leichte Hang zur Inszenierung ist, damit das Buch genau so wird.

Edna begegnet auf ihrer Reise vielen anderen Persönlichkeiten. Dadurch entstehen auf der einen Seite witzige Szene, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Auf der anderen Seite aber auch solche, die inspirierend sind oder zum Nachdenken anregen. Die Bandbreite der Menschen, die mit Edna in Berührung kommen, ist sehr vielfältig und durch Ednas Charakter wurde von den typischen Schubladen und Klischees abgewichen. Das hat mir sehr gut gefallen und gibt „Als wir uns die Welt versprachen“ eine besondere Note.

Zwei Handlungsstränge in Verbindung

Im Laufe des Buches wechselt die Erzählung immer zwischen der Gegenwart, somit Ednas Reise, und der Vergangenheit, Ednas und Jacobs Geschichte, die sie überhaupt zu dieser Reise führt. Beides hielt sich in guter Waage und hielt die Spannung aufrecht. Denn letztendlich wollte man unbedingt erfahren, wie es überhaupt dazu kam. Aber auch die Handlung in der Gegenwart selbst bleibt spannend bis zum Schluss und ich habe schon etwas mit Edna mitgefiebert. Gehofft, dass sie ihr Ziel erreicht.

Beide Stränge sind soweit chronologisch aufgebaut, was mir persönlich immer am besten gefällt. Denn so kann ich den Erzählungen einfacher folgen und muss nicht ständig noch alle Informationen zusammenführen. Gerade, wenn es eh schon zwei verschiedene Zeiten sind, hätte es sonst sehr den Lesefluss gestört, wäre die Chronologie nicht gewesen.

Fazit

Nachdem ich erst mit einer etwas anderen Geschichte gerechnet hatte, fand ich trotzdem einen Draht zum Buch. Protagonistin Edna überraschte mich immer wieder und war sehr gut gewählt. Die Szene wechselten zwischen verschiedenen Stimmungen und es wurde eine ganze Bandbreite an diversen Persönlichkeiten eingebunden. Trotzdem war es für mich letztendlich aber „nur“ gut. Einiges wirkte auf mich zu konstruiert und allgemein war es mir persönlich ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen. Trotzdem empfehlenswert und eine sehr schöne Geschichte.

Vielen Dank an Netgalley und S. Fischer Verlage für die Bereitstellung des digitalen Exemplares.

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