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Realtalk

Bin ich kein echter Buchblogger ohne Lichterkette?

Franziska Buechertatzen geschmückt mit einer Lichterkette vor dem Bücherregal

Es wird Zeit für ein bisschen „Realtalk“. Mir geistern jeden Tag so viele Gedanken im Kopf herum und einige davon müssen irgendwann aufgeschrieben und geteilt werden. Das war immerhin auch ein Grund, warum ich den Blog reaktiviert habe. Den Start macht heute ein Thema rund um Lichterkette und Co., das besonders durch Instagram bzw. Bookstagram geprägt wurde, aber auch auf die Bloggerwelt anwendbar ist.

Das Klischee – Oder nur mein Kopf?

Prinzipiell finde ich es schön, dass die Buchszene inzwischen so gewachsen ist. Wenn ich an meine Anfangszeiten im Jahr 2013 denke, hat sich einiges gewandelt. Buchblogger werden ernster genommen und gelten inzwischen als richtiges Marketinginstrument. Das freut mich sehr, aber trotzdem möchte ich das aussprechen, was in meinem Kopf schwirrt.

Insbesondere wenn ich täglich durch die vielen buchigen Fotos scrolle, fühle ich mich immer wieder von den Klischeegedanken ertappt. Für mich sehen viele Bilder inzwischen wie ein Einheitsbrei aus. Würden keine Namen bei den Accounts stehen, würde ich wahrscheinlich gar nicht merken, dass es sich um unterschiedliche Personen handelt. Das Farbschema ist ähnlich. Ich finde die typischen Dekorationselemente und meist auch noch die gleichen Bücher oder zumindest Bücher aus dem gleichen Verlag.

Die Lichterkette

Ein Detail hat es mir aktuell ganz besonders angetan: die Lichterkette. Sie wird am Bücherregal angebracht oder auf den Regalbrettern ausgelegt. Sie wird bei Shootings zu neuen Bildern eingesetzt und schmückt damit gefühlt jede Buchfotographie. Egal, wohin ich sehe. Es leuchten mir immer kleine Lämpchen in all möglichen Formen und auch Farben entgegen. Was früher ein Trend zu Weihnachten war, ist neuerdings ein Dauerthema.

Keine Frage! Auch ich mag Lichterketten sehr gerne bzw. allgemein Lichter. Aber vielleicht bin ich da inzwischen zu altmodisch, denn ich setze sie eigentlich nur in der Weihnachtszeit ein und freue mich daher jedes Jahr auf die Zeit im Dezember. Genauso muss ich jedoch gestehen, dass natürlich so einige Räume und Bücherregale sehr schön aussehen mit der Lichterkette. Wenn sie richtig eingesetzt wird.

Da ich jedoch ein Mensch bin, der viel zu sehr auf das Umfeld reagiert, fühle ich mich schlecht. Die ganzen Bilder geben mir das Gefühl, dass ich nicht zur „Buchbubble“ dazu gehöre. Denn wie kann ich es wagen, keine Lichter an meinem Regal anzubringen? Sie beleuchtet ihre Bücher nicht! Damit ist sie kein echter Buchblogger! Als würde die Community ein Schild aushängen und die Nachricht in der Welt verbreiten: „Franziska Buechertatzen ist keine von uns!“

Kerzen, Kerzen und noch mehr Kerzen

Eine Sache, die übrigens genauso oft vertreten ist, sind Kerzen. Insbesondere Kerzen im Buchdesign. Wahnsinn, was sich da für ein riesiger Markt aufgetan hat. Ich selbst besitze übrigens genau zwei Stück von solchen. Beide waren Inhalt von früheren Buchboxen. Eine ist eine Gryffindor-Kerze von einer Harry-Potter-Buchbox aus dem Jahr 2015 oder so. Bei der anderen weiß ich nicht mehr, von wann sie ist, aber sie gehört zum ersten Band der Luna-Chroniken von Marissa Meyer. Letztere ist übrigens noch immer irgendwo in einem Karton verpackt, weil sie für mich einfach nicht sonderlich wichtig ist.

Sie sehen ja schön aus und ich wette, sie riechen auch verdammt gut, wenn es Duftkerzen sind. Aber ist es denn noch etwas besonderes, wenn jeder die gleiche Kerzen im Regal stehen hat? Das macht es für mich schon wieder zu langweilig. Mal abgesehen davon, dass ich eben eh kein Fan von Dekoration im Allgemeinen bin. Die meisten Deko-Artikel stören mich nur beim Putzen und stehen sowieso nur herum. Seit dem Umzug ins Haus habe ich ziemlich viel ausgemistet und besitze dahingehend kaum noch etwas.

Aber zurück zum Thema. Auch diese Buchkerzen geben mir das Gefühl, dass ich ein Außenseiter bin. Wieder dieser Druck im Sinne von „Sie hat keine Kerzen! Sie gehört nicht zu uns!“

Außerhalb der Buchbubble ohne Lichterkette und Buchkerze?

Bin ich nun also wirklich ein Außenstehender? Gehöre ich nicht zur Community? Und werden meine Bilder und Beiträge niemals so oft angesehen bzw. gelesen, weil ich mich von vornherein ausschließe? Früher war es gut, wenn man individuell war. Denn so fiel man auf. Heute habe ich eher das Gefühl, dass ich mich als Individium selbst ausgrenze. Weil ich es wage, anders zu sein.

Geht das nur mir so? Denke ich einfach nur selbst zu sehr in den Schubladen? Oder habe ich einfach das Pech, dass ich aktuell nur die gleichen Bilder sehe und es gibt da draußen doch noch genug andere, die auch nicht dem Ruf der Lichterkette und Buchkerze folgen?

Was macht einen Buchlogger überhaupt aus? Wichtig sollte doch eigentlich nur sein, dass alle das gleiche Thema lieben: Das Lesen von Büchern und dass man darüber sprechen, sich austauschen möchte. Das ist doch sicher das, was wir alle als Ziel hatten, als wir uns für den Buchblog entschieden haben.

Also nehmt euch die Zeit. Tauscht euch mit Gleichgesinnten aus. Erzählt mir von eurem neusten Lieblingsbuch oder den Autoren, die ihr gerade neu für euch entdeckt habt. Steckt mich an mit eurem Lesefieber. Denn das ist das, was ich erreichen möchte.

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