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Rezension

[Rezension] Heike Duken: Denn Familie sind wir trotzdem

Ansicht „Denn Familie sind wir trotzdem“

Heike Duken: Denn Familie sind wir trotzdem
Preis: 20,00 € (Hardcover) / 15,99 (eBook)
Verlag: Limes Verlag
Erscheinungstermin: 15. März 2021

Denn Familie sind wir trotzdem ist ein Buch von Heike Duken. Es ist am 15. März 2021 bei Limes Verlag als Hardcover erschienen. Das Buch umfasst ca. 320 Seiten.

Inhalt

Die Geschichte einer Familie über drei Generationen und die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.

Die Schatten der Vergangenheit reichen weit in der Familie Fux – von 1925, als zwei Brüder schon als kleine Jungen zu Soldaten erzogen werden und in den Dreißigerjahren entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen, bis zum heutigen Tag. Ina, die Tochter des einen Bruders, entfremdet sich von ihrer Familie und ihrer Geschichte. Sie wird mit neunzehn schwanger und beschließt, ihre Tochter Floh trotz der fehlenden Unterstützung des Vaters alleine großzuziehen. Als junge Frau stellt Floh, angetrieben vom Zorn auf den unerreichbaren Vater, auf Staat und Gesellschaft, Recherchen über ihre Familie an. Was sie entdeckt und dass sie selbst schwanger wird, verändert alles. Die Geschichte droht sich zu wiederholen, doch Floh ist entschlossen, zusammen mit ihrem Großvater den Fluch des Gestern zu überwinden und nach dem zu suchen, was Familie trotz allem zusammenhält.

(Klappentext)

Meinung

„Denn Familie sind wir trotzdem“ hat mich sehr angesprochen, denn ich mag diese generationenübergreifenden Geschichten sehr gerne. Gerade der Klappentext hat viel versprochen und so bin ich mit Freude und Erwartungen an das Buch herangegangen. Leider konnte es mich dann letztendlich nicht so sehr begeistern wie erhofft.

Mehrere Handlungsstränge in verschiedenen Zeiten

Der Einstieg hat mir gut gefallen. Die Kapitel wechseln immer wieder zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und somit zwischen den verschiedenen Zeiten. Der Strang von Ina gefiel mir zu Beginn deutlich besser. Aber im Verlauf kam ich dann mit allen gut klar. Durch dieses Hin und Her lerne ich als Leserin alle Charaktere schnell kennen und kann mir einen guten Überblick über die Lage verschaffen. Außerdem hält es mich am Ball, denn ich möchte ja von allen Handlungsteilen wissen, wie sie weiter verlaufen.

Auch werden zu Beginn eines neuen Kapitels die Jahreszahlen angegeben, sodass ich weiß, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist und wie alt die jeweiligen Charaktere ungefähr sind. Das hilft mir immer sehr, da ich dann die Zusammenhänge besser und schneller ziehen kann. Abgesehen davon war es dann ein Leichtes, kurz zurückzublättern und schauen zu können, wie viele Jahre jetzt übersprungen wurden.

Toller Schreibstil

Der Schreibstil von Heike Duken gefällt mir sehr gut. Sie holt nicht zu weit aus, gibt aber genug Informationen, um der Handlung folgen und sich Bilder vorstellen zu können. Lange Ausschweifungen liegen mir persönlich eher nicht so. Außerdem konnte ich „Denn Familie sind wir trotzdem“ sehr gut durchlesen, ohne ins Stocken zu geraten. Anfangs hatte ich nämlich noch Bedenken, dass ich das Buch auf viele Tage aufteilen müsste. Das war letztendlich gar nicht der Fall.

Enttäuschung aufgrund der Handlung

Gerade weil es sich so gut lesen ließ, war ich dann aber am Ende enttäuscht. Denn was im Klappentext groß angekündigt wird, kommt viel zu kurz. Eine Familiengeschichte über drei Generationen in knapp 300 Seiten zu schildern, ist nicht gerade einfach. Heike Duken konnte dadurch nicht sehr in die Tiefe gehen, sondern musste eher an der Oberfläche bleiben bzw. die Szenen kurz halten und viele Jahre zwischendurch überspringen. An sich kein Problem, weil die Inhalte trotzdem rübergekommen sind.

Für mich war es aber deshalb enttäuschend, weil ich vom Klappentext ausgegangen bin. Dieser verrät im Endeffekt fast den ganzen Ablauf des Buches und spricht von Entdeckungen, die dazu führen, dass Charakterin Floh anders handeln möchte. In meinen Augen kamen diese Szenen aber viel zu kurz und ich hatte mir deutlich mehr darunter vorgestellt. Das hat mich dann nach Beenden des Buches sehr ernüchtert. Meine Empfehlung ist hier ganz deutlich, sich vor dem Lesen vom Klappentext zu distanzieren und die Geschichte selbst wirken zu lassen. Dann wird es runder.

Spannende Charaktere

Die Charaktere haben mir alle ganz gut gefallen. Jeder hatte seine Eigenarten und gerade die Kindheit von Floh fand ich spannend. Denn ich konnte genau sehen, wie sehr ihr Mutter Ina kämpfen musste, da sie nicht die nötigen Mittel hatte, die sie gebraucht hätte. Öfter habe ich mit Ina mitgelitten, weil sie eigentlich alles für ihr Kind wollte. Aber ihr waren die Hände gebunden.

Umso schöner war dadurch, dass später alle Generationen in der Handlung zusammenfinden und dadurch das Familienbande sichtbar wurde. Die Erzählungen aus der Vergangenheit haben klar gemacht, warum die jeweiligen Personen sich so entwickelt haben, sodass ich als Leserin das gut nachvollziehen konnte.

Fazit

Mit „Denn Familie sind wir trotzdem“ hat Heike Duken ein gutes Buch geschaffen, das sich gut lesen ließ. Die generationsübergreifenden Handlungsstränge haben sich gut miteinander verwoben. Allerdings bin ich nach dem Ende etwas enttäuscht, da ich durch die Ankündigungen des Klappentextes etwas mehr erwartet hätte. Einige Kapitel mehr hätten das Buch in meinen Augen mehr abgerundet und der Geschichte einen letzten Schliff gegeben.

Vielen Dank an Lovelybooks und Limes Verlag für die Bereitstellung des Exemplares.

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