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Rezension

[Rezension] Marion Herzog: Algorytmica

Ansicht Algorytmica

Marion Herzog: Algorytmica
Format: Klappbroschur
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: Dezember 2021
Seiten: 432 Seiten
Reihe: Teil 1

Inhalt

Das Netz entscheidet über Leben und Tod

Die Zukunft: Das Leben an der Erdoberfläche ist unmöglich geworden, und die letzten Menschen haben sich in riesige Bunkeranlagen tief unter der Erde zurückgezogen, wo sie vierundzwanzig Stunden am Tag in virtuelle Welten eingeloggt sind und vergessen, dass sie in winzigen Zellen an lebenserhaltende Systeme angeschlossen sind. Doch als der Strom ausfällt, gerät die unterirdische Gesellschaft in tödliche Gefahr …

(Klappentext)

Meinung

Auf das Buch bin ich durch Zufall gestoßen und war so begeistert vom Klappentext, dass ich es unbedingt lesen wollte. Denn die Thematik klingt zum einen sehr spannend und zum anderen sehr interessant, denn man kann vieles daraus machen und damit einen Blick auf eine durchaus mögliche Zukunft werfen.

Leichter Einstieg und interessante Idee

Der Einstieg in Algorytmica fiel mir sehr leicht und es werden von Beginn an alle wichtigen Informationen in die Handlung eingebaut, sodass man die Welt und die Charaktere verstehen kann. Wichtige Geheimnisse werden natürlich erst in den Verlauf der Handlung eingewebt, aber das Grundgerüst hat man direkt am Anfang verstanden und kann sich dadurch alles viel besser vorstellen.

Mir gefiel vor allem die Idee, dass die Körper in ihren Tanks liegen und von dort die Lebenserhaltung technisch überwacht wird, während sich das Leben eigentlich komplett in der virtuellen Realität abspielt, die natürlich deutlich mehr Möglichkeiten bietet als das reale Leben – zumindest in der Theorie.

Wichtige zentrale Fragestellungen

Denn die zentrale These, die immer wieder im Buch angesprochen wird und wie ein roter Faden durch die Szenen führt, sagt genau das Gegenteil aus. Und genau das fand ich sehr spannend, denn es hat vor allem auch ethische Fragen aufgedeckt, die man schnell vergisst oder übersieht. Auch die Ethik in der Künstlichen Intelligenz (KI) wurde angesprochen. Sind virtuelle Gefühle und Gedanken die gleichen wie die, die ein realer Mensch in der Realität erfährt? Kann ein Mensch wirklich digitalisiert werden? Und ist der Zufall dann wirklich noch Zufall? Marion Herzog hat tolle Fragestellungen aufgeworfen, die mich noch sehr lange begleiten werden und die für mich die Geschichte so faszinierend machen.

Charaktere und die Sicht im Buch

Doch die Fragestellungen in Algorytmica wären nichts ohne die Charakterwelt gewesen. Die meiste Zeit wird aus Sicht der Protagonistin geschrieben, deren Eltern wichtige Persönlichkeiten in dieser neuen Welt sind. Es gibt hohe Erwartungen an sie, die sie erfüllen soll. Das setzt sie natürlich sehr unter Druck, denn als eigenständiger Mensch hat sie verständlicherweise eigene Gedanken und die decken sich nicht immer mit denen ihrer Eltern. Es entwickelt sich also ein spannender Zwiespalt.

Zwischen den Kapiteln aus Sicht der Protagonisten gibt es Auszüge aus dem Regelwerk dieser neuen Welt und Protokolle, die jeden Tag geschrieben werden. Ebenso gibt es Beiträge aus dem News-Feed, sodass man rundherum auf dem Laufenden gehalten wird, weitere Informationen zur Weltgestaltung erhält und vor allem auch die Insider-Informationen gegeben werden, die man sonst nicht erfahren hätte, wenn alles nur Sicht der Protagonistin geschrieben wäre.

Spannung pur

Der Schreibstil von Marion Herzog hat mir allgemein sehr gut gefallen. Das Buch ließ sich jederzeit sehr gut lesen und ich hatte an keiner Stelle Verständnisprobleme. Es wurde immer wieder Spannung aufgebaut, die dazu angetrieben hat, immer noch das nächste Kapitel lesen zu müssen. An manchen Stellen hatte ich zwar schon die mögliche Wendung im Sinn, aber man hat trotzdem immer darauf gewartet, dass die Wendung jetzt eintritt.

Insbesondere das Ende hat nochmal richtig Spannung eingebracht, sodass ich das Buch gar nicht mehr zur Seite hätte legen können. Vor allem möchte ich aber nach dem Beenden des Buches zurück in die Welt und erfahren, wie es weitergehen wird. Hier hat mir die Autorin zum Glück auf Instagram schon gesagt, dass eine Fortsetzung folgen wird. Für mich war das die perfekte Neuigkeit und ich bin schon sehr gespannt! Aber auch für eine Serie wäre das Buch bereits sehr guter Stoff, denn Marion Herzog hat hier eine wundervolle Idee einzigartig umgesetzt, dass Algorytmica für mich bereits jetzt ein Highlight ist!

Fazit

Ein tolles Gesamtpaket aus spannender und interessanter Handlung sowie schönem Schreibstil und zum Nachdenken anregenden Fragestellungen. Ganz klar ein neuer Favorit in meinem Bücherregal, den ich sicherlich nochmal lesen werde und mich nun auf die baldige Fortsetzung freue, die hoffentlich wieder genauso gut wird.

Vielen Dank an Heyne Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.

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1 Comment

  • Reply Buechertatzen - [Rezension] Anna Lena Diel: Die Vollkommenen - Buechertatzen

    […] Fortschritte thematisieren, die auch ethische Fragen aufwerfen. Zuletzt konnte mich da Algorytmica sehr begeistern. Daher war ich sehr gespannt, als ich von Anna Lena Diels Buch „Die […]

    19. März 2022 at 12:48
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