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Rezension

[Rezension] Katharina Bendixen: Taras Augen

Ansicht „Taras Augen“

Katharina Bendixen: Taras Augen
Format: Klappbroschur
Verlag: Mixtvision
Erscheinungstermin: Februar 2022
Seiten: 384 Seiten

Inhalt

Ein Augenblick – eine Katastrophe – eine Liebe

Tara und Alún fühlen sich zueinander hingezogen. Doch ein Streit bringt sie auseinander. Und ehe sie sich versöhnen können, katapultiert ein verheerender Chemieunfall sie in ein anderes Leben. Alún bleibt in der sicher entfernten Großstadt und zeichnet sich mit seiner Street-Art fast um Kopf und Kragen. Tara kehrt in das verseuchte Gebiet zurück und schwimmt um ihr Leben. Werden die beiden wieder zueinander finden?

Kraftvoll und ungeheuer eindringlich erzählt Katharina Bendixen von lebensgefährlicher Umweltzerstörung, vom Missbrauch staatlicher Macht, von blinder Liebe und wahrer Verbundenheit.

(Mixtvision Verlag)

Meinung

„Taras Augen“ sah nicht nur extrem interessant aus, sondern auch der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Die Geschichte klang nach Spannung und wichtigen Themen. Aber leider wurde ich dann enttäuscht.

Schneller Einstieg

Der Einstieg in das Buch war gut und man landet direkt in der eigentlichen Katastrophe. Zwar sind die Zusammenhänge in dem Moment noch unklar, aber dadurch wurde es eben spannend, denn man wollte ja mehr erfahren. Was genau ist passiert? Wie hängt alles zusammen? Und so weiter. Das fand ich sehr gelungen.

Die Sicht wechselt auch mit jedem Kapitel zwischen den Protagonisten Alún und Tara. Für mich keine Namen, mit denen ich im Alltag viel in Kontakt komme, daher habe ich persönlich sehr lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass es sich bei Alún um eine männliche Person handelt. Das hat tatsächlich bei mir ab und zu für ein bisschen Verwirrung in den Szenen gesorgt.

Von allem zu viel

Leider hat das Buch nach dem Einstieg in meinen Augen dann nachgelassen. Es kommen viele Themen zur Sprache, die eigentlich sehr relevant sein sollten. Allerdings werden sie alle nur angerissen und nicht ausreichend behandelt. Stattdessen werden immer wieder neue Baustellen geöffnet, damit das Buch noch mehr gefüllt wird. Irgendwann verliert man relativ schnell den Überblick, worum es hier eigentlich noch gehen soll.

Es gibt zwar einen Anhang, in dem nochmal alle Charaktere und Orte aufgelistet werden. Aber ich bin kein Freund davon, ständig blättern zu müssen, weil ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann und mir deswegen die Namen alle nicht merken kann. Für mich ist es eher ein schlechtes Zeichen, wenn ich nicht mehr weiß, welche Charaktere es alles gibt. Dann sind sie einfach zu flach und nicht relevant genug.

Moderne Sprache

Sprachlich ist es sehr modern und es werden auch neue Begriffe eingeführt, die man sich aus dem Kontext erklären kann oder die man auch im Anhang nochmal nachschauen kann. Das sorgt ein bisschen für Zukunftsmusik und passt zum Buch bzw. zur Geschichte. Aber trotzdem kam ich leider nur schleppend voran.

Keine gute Auflösung

In „Taras Augen“ geht es vor allem auch um gleichnamige. Sie spielen an mehreren Stellen eine zentrale Rolle und der Titel ist daher sehr passend gewählt. Allerdings bin ich einfach mit der Auflösung allgemein nicht zufrieden. Das Buch endet viel zu abrupt und es bleiben viel zu viele Fragen offen bzw. ungeklärt. Das wäre für mich nur in Ordnung, wenn wir hier noch mit einem weiteren Band rechnen können. Sollte es ein Einzelband bleiben, bin ich definitiv unglücklich mit der Auflösung und hätte mir hier ein bisschen mehr Inhalt gewünscht.

Fazit

Für mich ist „Taras Augen“ leider nur okay. Der Ansatz war gut, aber die Umsetzung hätte durchaus mehr Potenzial schöpfen können. So bleibe ich etwas enttäuscht zurück und kann aus meiner Leseerfahrung keine Empfehlung aussprechen.

Vielen Dank an Mixtvision und Netgalley für die Bereitstellung des Exemplars.

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