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Rezension

[Rezension] Morgan Rogers: Honey Girl

Ansicht "Honey Girl"

Morgan Rogers: Honey Girl
Format: Klappbroschur
Verlag: dtv Verlag
Erscheinungstermin: Januar 2022
Seiten: 336 Seiten
Übersetzung: Beate Schäfer

Inhalt

»Kennen wir uns?« »Naja, wir … haben in Vegas geheiratet.«

Als einzige schwarze Frau in einer weißen Umgebung ist die 29-jährige Grace es gewohnt, überall die Beste sein zu müssen – und so hat sie auch ihr Astronomiestudium mit Bestnote bestanden. Doch nach einem Wochenende in Las Vegas gerät ihr sonst so vorbestimmtes Leben aus den Fugen: Verkatert erwacht Grace mit einer Frau namens Yuki im Bett – und einem Ehering am Finger! Und obwohl sie und Yuki noch am selben Tag getrennter Wege gehen, kann Grace Yuki nicht vergessen. Zusehends unwillig, den Karriereansprüchen ihrer Umgebung Folge zu leisten, schmeißt sie alles hin und folgt Yuki nach New York – in ein Leben, das alle Gewissheiten, Lebensziele und vor allem ihre Haltung zum Thema Liebe fundamental infrage stellt.

(dtv Verlag)

Meinung

Der Klappentext von „Honey Girl“ klang so spannend, dass ich einfach sofort neugierig war. Natürlich ist die Idee nicht unbekannt, aber hier kommen doch einige andere Aspekte hinzu, die interessant klangen und mich in den Bann gezogen haben.

Direkter Einstieg

Der Einstieg in das Buch ist sehr gut gewählt. Wir sind sofort in Las Vegas und realisieren gemeinsam mit Grace, was passiert ist. Das schafft eine direkte Nähe zu ihr als Charakter. Außerdem konnte direkt der Spannungsbogen starten, denn man wurde förmlich in etwas reingeworfen. Das hat mir gefallen. Im weiteren Verlauf der Handlung werden immer mehr Informationen zu Grace und ihrem Leben eingeflochten, sodass man sie besser kennenlernen kann.

Ebenso verhält es sich mit einigen Nebencharakteren wie ihren Freunden. Alle sind sehr einzigartig gewählt und machen aus dem Buch eine tolle Mischung. Auch sie werden im Verlauf weiter vorgestellt und bilden mit Grace gemeinsam eine Einheit.

Zentrale Aspekte, die wichtig sind

Der Klappentext weist schon darauf hin, dass wir es in „Honey Girl“ mit wichtigen Themen zu tun bekommen. Auf der einen Seite dreht sich viel um die Diskriminierung. Einerseits von Frauen und andererseits bzw. insbesondere um schwarze Frauen. Das Buch stellt ziemlich gut die Sichtweise der betroffenen Personen dar und regt zum Nachdenken an. Es ist dabei aber nicht von oben herab belehrend, sondern das Thema wird mit Gefühl angegangen. Das hat mir besonders gut gefallen.

Es geht aber auch um psychische Krankheiten, Erfolgsdruck und allgemein die Frage, was man selbst im Leben erreichen möchte. Wichtige und zentrale Themen, mit denen sich jeder irgendwie identifizieren kann. Das lässt das Buch sehr real wirken und man fühlt sich gut aufgehoben.

Das gewisse Etwas fehlt …

Auch wenn die Charaktere toll gewählt sind und auch die Themen im Buch mich sehr ansprechen, hat mir trotzdem das gewisse Etwas gefehlt. Das Buch lässt sich zwar gut lesen, aber manche Szenen waren mir zu trocken oder zu langatmig. Es gab auch viele Wiederholungen, die man zwar aus dem alltäglichen Leben auch so kennt, aber sie haben die Handlung nicht voran gebracht und hätten dadurch gerne auch anders gestaltet werden können. Vielleicht waren es für mich auch einfach zu viele wichtige Themen, um die sich das Buch kümmern wollte, sodass sich nicht genug darauf konzentriert wurde.

Ebenso ging mir Grace manchmal etwas auf die Nerven, weil sie zu sehr in sich gefangen war und die Entwicklung nur sehr langsam sichtbar bzw. überhaupt angegangen wurde. Als zentraler Charakter in einem Buch hätte ich mir einfach mehr von dieser Entwicklung gewünscht.

Fazit

Zusammenfassend also ein interessantes Buch, das mir gut gefallen hat. Aber dem einfach ein bisschen was gefehlt hat, damit ich begeisterter gewesen wäre. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, denn „Honey Girl“ beinhaltet wichtige Themen, über die viel öfter gesprochen werden sollte.

Vielen Dank an dtv Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Exemplars.

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