Follow:
Rezension

[Rezension] Eve Smith: Der letzte Weg

Ansicht "Der letzte Weg"

Eve Smith: Der letzte Weg
Format: Klappbroschur
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: Januar 2022
Seiten: 448 Seiten
Übersetzung: Beate Brammertz

Inhalt

Bevölkerungsschwund, Bioterrorismus und Medikamentenknappheit gehören im England der nahen Zukunft zum Alltag. Die Regierung hat deshalb ein radikales Gesetz erlassen: Personen über siebzig bekommen keine Antibiotika mehr. Werden sie krank, sterben sie. Kate ist Krankenschwester, doch statt ihre Patienten zu pflegen, begleitet Kate sie nun in den Tod. Nach einem dramatischen Ereignis beschließt sie, sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen, und stößt auf ein lange gehütetes Geheimnis …

(Klappentext)

Meinung

Ich bin ein großer Fan von Büchern, die in der nahen Zukunft spielen und Themen aufgreifen, die tatsächlich so eintreten können. Daher war ich nach dem Lesen des Inhalts von „Der letzte Weg“ sehr gespannt auf die Geschichte. Gerade auch während der aktuellen Zeit ein interessantes und vielseitiges Thema, von dem ich mir viel erhofft habe.

Toller Einstieg

Der Einstieg in das Buch hat mir prinzipiell sehr gut gefallen. Direkt im ersten Kapitel erleben wir eine Szene, die den wichtigsten Teil der Handlung ausmacht. Daher ist man direkt in der Geschichte drin und neugierig, was es damit auf sich hat. Ebenso wie sich alles überhaupt dorthin entwickelt hat. Das bindet den Leser an das Buch, denn man möchte unbedingt mehr erfahren. In meinen Augen ein ideal gewählter Beginn.

Zu wenige Informationen und zu lange Dauer

Im weiteren Verlauf hatte ich mir allerdings viel mehr Aufklärung und mehr Informationen erhofft. Insgesamt wird die Geschichte aus der Sicht von drei Namen erzählt. Wie diese miteinander in Verbindung stehen, wird nach und nach aufgedeckt, sodass man die Zusammenhänge versteht. Außerdem machen wir bei einem der Namen auch größere Zeitsprünge in die Vergangenheit. Mit diesen soll erläutert werden, wie es zu der „Großen Krise“ kam bzw. was sie eigentlich ist. Denn sie ist ein zentrales Thema in „Der letzte Weg“.

Genau das ist aber der Knackpunkt. Mir persönlich hat es viel zu lange gedauert, bis wirklich deutlich wurde, was sich dahinter versteckt und warum die Gesellschaft sich so entwickelt hat, wie sie jetzt im Buch ist. Das sollte vielleicht die Spannung aufrecht erhalten, aber ich wurde irgendwann müde, immer noch auf Details warten zu müssen. Man konnte sich zwar einiges selbst zusammenreimen, aber das heißt ja noch lange nicht, dass das auch korrekt ist und ob da nicht mehr dahinter steckt. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Input gewünscht.

Nicht begeistert vom Ende

Ohne viel spoilern zu wollen: Aufgrund der für mich zu wenigen Informationen war ich letztendlich auch vom Ende etwas enttäuscht. Der Beginn des Buches war sehr vielversprechend. Man konnte teilweise Ähnlichkeiten zu unserer aktuellen Situation finden und insbesondere das hat mich auf den Ausgang von „Der letzte Weg“ neugierig gemacht. Aber das war leider viel zu flach und zu schnell. Als hätte man auf den letzten Seiten nochmal alles zuspitzen lassen wollen und hat dann vergessen, eine ordentliche Auflösung auszuformulieren. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft.

Die Charaktere

Insgesamt gibt es drei Hauptpersonen, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird. Es handelt sich um drei Frauen, die miteinander in Verbindung stehen. Ich möchte aber an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten. Bei Kate hatte ich anfangs meine Zweifel, ob sie nicht zu systemtreu ist und mir daher unsympathisch werden könnte. Man hat aber zum Glück eine Entwicklung merken können, sodass ich keine Probleme mit ihr hatte. Bei Mary wusste ich nie so wirklich, woran ich bin. War sie zu naiv oder war das nur Tarnung? Ein interessanter Zwiespalt bei diesem Charakter. Lily war mir sympathisch, aber im Verlauf der Handlung hat man auch hier gemerkt, dass viel mehr hinter dieser Frau steckt, sodass gerade ihre Szenen teilweise sehr spannend waren.

Reale Handlungsansätze

In „Der letzte Weg“ geht es um Themen, die auch tatsächlich irgendwann in Zukunft zu Problemen führen könnten. Die Handlung an sich ist natürlich fiktiv, aber ähnliche Ansätze könnte ich mir im Fall der Fälle vorstellen. Zumal wir in den letzten zwei Jahren selbst gemerkt haben, wie schnell sich alles aufgrund einer Virus-Verbreitung ändern kann. Daher ist das Thema super gewählt, spannend angesetzt und regt zum Nachdenken an. Und nicht nur das, denn es regt auch dazu an, Eigenrecherche zu betreiben, Politik und Gesellschaft zu hinterfragen, ebenso wie die Medizin. Auch wenn die Handlung für mich ausbaufähig gewesen wäre, kann ich zumindest den thematischen Ansatz nur empfehlen.

Fazit

Insgesamt für mich ein gutes Buch, das gute Ansätze gezeigt hat. Es hätten in meinen Augen mehr Informationen schneller fließen müssen, damit mir die Handlung besser gefallen hätte. Thematisch aber sehr gut gewählt und es weist somit auf mögliche Zukunftsszenarien hin, mit denen man sich auseinandersetzen sollte.

Vielen Dank an Heyne Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.

ähnliche Beiträge:

Previous Post Next Post

No Comments

Leave a Reply