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Rezension

[Rezension] Laetitia Colombani: Das Mädchen mit dem Drachen

Ansicht "Das Mädchen mit dem Drachen"

Laetitia Colombani: Das Mädchen mit dem Drachen
Format: Gebundene Ausgabe
Verlag: Fischer
Erscheinungstermin: Februar 2022
Seiten: 272 Seiten
Übersetzung: Claudia Marquardt

Inhalt

Eine Schule am Indischen Ozean – ein hoffnungsvoller Ort, der alles verändert

Am Golf von Bengalen will Léna ihr Leben in Frankreich vergessen. Jeden Morgen beobachtet sie das indische Mädchen Lalita, das seinen Drachen fliegen lässt. Als Léna von einer Ozeanwelle fortgerissen wird, holt Lalita Hilfe bei Preeti, der furchtlosen Anführerin einer Selbstverteidigungsgruppe für junge Frauen. Léna überlebt und zusammen mit Preeti schmiedet sie einen Plan, der nicht nur Lalitas Leben grundlegend verändern wird. 

Wie schon in ihren Bestsellern »Der Zopf« und »Das Haus der Frauen« erzählt Laetitia Colombani bewegend und mitreißend von mutigen Frauen, denen das scheinbar Unmögliche gelingt.

Das indische Mädchen Lalita, bekannt aus »Der Zopf«, bekommt im Roman »Das Mädchen mit dem Drachen« ihre eigene Geschichte.

(Fischer Verlag)

Meinung

Ich habe bereits „Der Zopf“ und „Das Haus der Frauen“ von Laetitia Colombani gelesen. Daher war ich natürlich freudig gespannt, als ich erfuhr, das mit „Das Mädchen mit dem Drachen“ ein neues Buch von ihr erscheint. Ich finde übrigens die Covergestaltung aller Bücher sehr schön und dass sie vom Aussehen her immer zueinander passen, auch wenn sie keine Reihe sind.

Guter Einstieg

Der Einstieg fiel mir – wie erwartet – sehr leicht. Bisher hatte ich keine Probleme mit den Büchern von Colombani. Das erste Kapitel gibt einen Einblick, was man im Verlauf des Buches zu erwarten hat, denn es ist wie eine Art Ausblick. Danach geht es erstmal zurück in die Vergangenheit und es wird erzählt, wie es eigentlich dazu kam. Diese Art des Einstiegs gefällt mir sehr gut, denn man ist gespannt auf das, was kommen wird.

Starke und teilweise bekannte Charaktere

In „Das Mädchen mit dem Drachen“ geht es unter anderem um genau dieses Mädchen und wie ich tatsächlich nur durch den Klappentext erfahren habe, ist es das Mädchen aus „Der Zopf“. Da es schon länger her ist, dass ich „Der Zopf“ gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr an sie erinnern. Das stört allerdings gar nicht, sondern ist eher ein nettes Zusatzwissen. Im Verlauf der Geschichte konnte ich dann aber zumindest wieder ein paar Zusammenhänge ziehen und wusste wieder grob, wo sie hingehört.

Aber neben diesem Mädchen gibt es noch so viele Personen mehr, die eine Rolle spielen. Teilweise haben bekommen wir es hier mit starken Frauen zu tun, die für eine bessere Zukunft kämpfen und nicht so schnell klein beigeben. Auch die tatsächliche Hauptperson ist so eine starke Frau, die als Ausländerin in Indien immer wieder mit dem Glauben und der Tradition der indischen Familien in Berührung kommt.

Das Bild von Indien

Das hat das Buch auch so interessant gemacht. Denn Léna hat sich etwas in den Kopf gesetzt und kämpft gegen alle Steine, die ihr in den Weg gelegt werden. Man bekommt einen Einblick in das Leben, wie es in Indien geführt wird. Dabei wird nichts beschönigt, sondern Tatsachen ausgesprochen. Gemeinsam mit Léna erlebt man die Diskriminierung, die Armut und das völlig andere Leben im Gegensatz zu unseren westlichen Standards. „Das Mädchen mit dem Drachen“ zeigt somit kein ideales Traumreiseziel-Bild von Indien, sondern beschäftigt sich mit der Realität auf dem Land und in kleinen Orten. Es zeigt, wie schwer es vor allem weibliche Personen haben oder Personen, die einer geringeren Kaste angehören.

Weiteres wichtiges Thema

Die Handlung dreht sich jedoch nicht allein um Indien und das, was Léna tut. Sondern auch, wie sie überhaupt auf die Idee zu der Reise kam und mit welchen eigenen Problemen sie zu kämpfen hat. Immer wieder werden Stücke ihrer Vergangenheit erwähnt und man wartet mit jedem weiteren Kapitel auf die Auflösung bzw. gesamte Erklärung, was passiert ist. Das macht das Buch zusätzlich spannend und interessant. Denn auch ihr Schicksal beinhaltet ein wichtiges Thema, das ich hier natürlich nicht spoilern möchte.

Fazit

Für mich wieder ein sehr gutes Buch von Laetitia Colombani, das ich sehr gerne gelesen habe und dass mir einiges beigebracht hat. Ich habe zwar auch vorher schon kein träumerisches Bild von Indien gehabt, aber das Buch hat mir nochmal sehr gut gezeigt, dass nicht überall auf die Welt das Leben ähnlich verläuft und dass es auch heute in anderen Ländern noch gravierende Probleme gibt.

Vielen Dank an Fischer Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Exemplars.

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