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Rezension

[Rezension] Abbi Glines: Ashington – Verliebt in einen Earl

Ansicht "Ashington"

Abbi Glines: Ashington – Verliebt in einen Earl
Format: Klappbroschur
Verlag: Piper
Erscheinungstermin: Februar 2022
Seiten: 288 Seiten
Übersetzung: Heidi Lichtblau

Inhalt

Die Ballsaison ist eröffnet!

London 1815: Um für ihre Mutter und ihre kleine Schwester sorgen zu können, muss Miriam einen wohlhabenden Ehemann finden. Es gibt keinen anderen Weg. Also begibt sie sich in das aufregende Leben der Londoner High Society mit all den mondänen Bällen und glitzernden Abendgarderoben. Dort trifft sie auf den arroganten Earl of Ashington, der auf der Suche nach einer Braut ist – und Miriam nicht aus den Augen lässt. Doch auch das Interesse seines charismatischen Bruders Nathaniel (*) ist geweckt, dessen Absichten allerdings ganz andere sind …

(Klappentext)

(*) Anmerkung von buechertatzen: Der Klappentext spricht von Nathaniel. Im Buch selbst heißt der Charakter Nicholas. Ich beziehe mich daher in meiner Rezension auf den im Buch verwendeten Namen.

Meinung

Seit der „Rosemary Beach“-Reihe bin ich ein großer Fan von Abbi Glines und kaufen mir jedes Buch. Mit „Ashington“ hat sie mich aber besonders neugierig gemacht, da sie sich hier in einem anderen Genre probiert. Seit „Bridgerton“ erfährt das Genre eine erhebliche Steigerung der Beliebtheit. Ich persönlich kenne eben diese Reihe noch nicht, daher bin ich offen und frei von Erwartungen in Glines‘ „Ashington“ eingetaucht.

Einstieg in „Ashington“

Der Einstieg war für mich sehr ungewohnt, aber der Prolog hat neugierig auf die Geschichte gemacht. Das war sehr gut gewählt. Im Anschluss folgt ein Sprung zurück in die Vergangenheit und wir erfahren, wie es überhaupt zu dieser Szene kommen wird. Ich mag solche Einstiege in Bücher sehr gerne. Ungewohnt war es für mich nur deshalb, weil ich auch erstmal meine Gedanken dahin sortieren musste, dass es zwar ein Buch von Abbi Glines ist, aber wir hier eben nicht die typische Handlung zu erwarten haben.

Der Versuch in einem neuen Genre

Was mich im weiteren Verlauf von „Ashington“ etwas enttäuscht hat: Der Klappentext spricht vom Jahr 1815 in London. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass wir uns tatsächlich soweit in der Vergangenheit befanden. Die Charaktere hätten fast ebenso in der jetzigen Gegenwart agieren können. Gerade bei Gesprächen der Charaktere merkt man zwar eindeutig Glines‘ Stil, der sehr stark sichtbar wird. Aber es hat für mich nicht in die Welt und in die Zeit gepasst, die für das Buch gewählt wurden.

Das zog sich durch das komplette Buch und ich war eigentlich schon negativ eingestellt am Ende. Allerdings gibt es ein Nachwort, indem Abbi Glines ein paar Einblicke gibt. Unter anderem erwähnt sie eben dort auch, dass es ihr erster Versuch ist im dem Genre, weil sie selbst ein großer Fan davon ist. Und dass sie z. B. nicht einer Jane Austen das Wasser reichen möchte. Sie ist daher ihrem Stil treu geblieben, hat allerdings versucht, mit so viel Recherche wie möglich die Fakten bestens wiederzugeben. Das hat mir gut gefallen, denn es zeigt, dass Abbi Glines reflektiert über „Ashington“ denkt und durchaus „Mängel“ zugeben kann.

Starke Frau und zwei interessante Männer

Davon abgesehen hat mir die Geschichte an sich gut gefallen. Miriam ist eine starke Frau, die für sich und ihre Familie kämpft und sich vor allem für ihre kleine Schwester einsetzt. Sie hat nicht das Bedürfnis, allen Regeln entsprechen zu müssen und hat daher in der Welt der High Society ihre Probleme. Aber genau das lässt die Menschen auf sie aufmerksam werden. So, wie es auch bei dem Earl of Ashington und seinem Halbbruder Nicholas der Fall war.

Beide Männer haben manchmal Sympathie und manchmal Antipathie in mir geweckt. Das hing sehr von den Szenen ab und wie sie sich in ihnen verhalten haben. Letztendlich sind aber beide spannende Charaktere, die dem Buch die gewisse Note gegeben haben.

Verschiedene Sichten

In „Ashington“ kommen diverse Personen zum Wort. Die meisten Szenen sind aus der Sicht der drei Hauptcharaktere geschrieben: Miriam, dem Earl of Ashington und seinem Bruder Nicholas. Es gibt auch ein Kapitel aus der Sicht von einer weiteren Person, die ich aus Spoiler-Gründen nicht weiter nennen möchte. Auch wenn es gerade diese Person mir nicht immer leicht gemacht hat, da sie für mich schon viel zu früh viel zu viel konnte.

Durch die wechselnden Sichten lernen wir die Charaktere aber sehr gut kennen und erfahren vor allem auch die verschiedenen Gedankengänge und mit welchen Problemen alle drei zu kämpfen haben. Das rundet die Geschichte insgesamt ab und lässt am Ende keine Frage unbeantwortet.

Fazit

Insgesamt war „Ashington“ für mich daher eine tolle Geschichte und ein etwas anderes Buch einer meiner liebsten Autoren. Das hat es für mich besonders interessant gemacht und ich bin gespannt, ob Abbi Glines noch weitere Bücher in diesem Genre schreiben wird. Zwar hatte ich zwischendurch meine Probleme vor allem mit dem Stil und dass die Szenen in meinen Augen nicht zu der damaligen Zeit gepasst haben. Aber deswegen hat mir die Geschichte an sich nicht weniger gefallen.

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