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Rezension

[Rezension] Kathrin Werner: Niu

Ansicht "Niu"

Kathrin Werner: Niu
Format: Gebunden
Verlag: Atlantik Verlag
Erscheinungstermin: März 2022
Seiten: 256 Seiten

Inhalt

Ein Neustart in New York. Die Hoffnung auf bessere Zeiten. Doch die Vergangenheit reist mit. Aber dann kommt Niu …

Carmen und Thomas sind gerade erst nach New York gezogen. Sie haben große Pläne für ihr neues gemeinsames Leben. Doch dann lernen sie unabhängig voneinander Niu kennen. Wie zufällig taucht sie immer wieder auf: in der U-Bahn, im Coffee Shop, im Waschsalon, an der Brooklyn Bridge. Ohne zu ahnen, dass die / der andere sie ebenfalls kennt, fallen Carmen und Thomas in Nius Bann. Dabei hinterfragen sie ihr bisheriges Leben. Carmen wird immer wieder von der Erinnerung an ihre Abtreibung in Deutschland heimgesucht, von der Thomas nichts weiß und deren Richtigkeit sie zunehmend anzweifelt. Werden sich Carmen und Thomas wieder nähern? Und welche Rolle spielt Niu dabei?

Niu erzählt mit feinem Gespür von den Wünschen und Sorgen eines jungen Paares in unserer schnelllebigen Zeit, in der sich Beziehungen, Rollenverständnisse, individuelle Freiheit, die perfekte Idee von Familie und all die unendlichen Möglichkeiten ständig neu definieren – und doch neben einer großen Sehnsucht nach Stetigkeit und Verlässlichkeit stehen.

(Atlantik Verlag)

Meinung

Cover, Titel und Klappentext klangen so interessant, dass ich neugierig war und mehr über die Geschichte wissen wollte. Leider wurde ich dann beim Lesen selbst aber enttäuscht und meine Erwartungen waren zu hoch.

Der Einstieg in „Niu“

Zu Beginn des Buches war ich noch voller Euphorie und hatte große Hoffnung auf die weitere Handlung. Wir lernen die beiden Charaktere Thomas und Carmen (C.) kennen, die zusammen aus Hamburg nach New York gegangen sind, um dort ihre neuen Jobs zu beginnen. Beide sind sehr eigen und haben mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Das hat mir sehr gut gefallen. Insbesondere Thomas hat bei mir für Spannung gesorgt, da er sehr auf seine Narbe fixiert ist und man wissen möchte, woher er diese hat. Denn sie ist in seinen Szenen ein sehr zentrales Thema. Bei Carmen hingegen ist vor allem ihre Abtreibung das Hauptthema, das sich immer wieder durch ihre Kapitel zieht.

Keine Verbindung zu Niu als Charakter

Die Begegnungen mit Niu waren mir etwas suspekt. Es klärt sich zwar im Verlauf der Handlung auf, was dahinter steckt, aber das war mir trotzdem noch zu konstruiert. Ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass so etwas tatsächlich so ablaufen könnte. Sie war für mich als Charakter auch so überhaupt nicht greifbar, weil sie unterschiedlich reagiert hat. Mal war sie nett, dann wieder abweisend oder gar abwesend. Ebenso konnte ich die Faszination von Carmen und Thomas für Niu nicht immer nachvollziehen. Das hat die Geschichte für mich eher realitätsfremd wirken lassen.

Geschichte nicht ausgereift

Insgesamt hat mir die Handlung an sich gefallen, denn es waren spannende Aspekte dabei. Thomas und Carmen hatten ihre Schwierigkeiten und es war nett, sie zu begleiten. Allerdings hat es mir die ganze Sache mit Niu als Zwischencharakter irgendwie kaputt gemacht. Ich hätte mir hier dann doch lieber eine ausgebaute Story zwischen Thomas und seiner Frau gewünscht. Dass sie sich mit ihren Problemen auseinander setzen und sich als Paar in den Mittelpunkt stellen. Das kam mir alles zu kurz und war in meinen Augen nicht gut ausgebaut. Die Geschichte hätte sicher noch mehr Potenzial gehabt.

Fazit

Für mich also leider eine Enttäuschung, von der ich mir deutlich mehr erhofft hatte. Der Klappentext klang super interessant, die Umsetzung hat mir aber leider eher nicht so sehr gefallen. Das Buch war insgesamt für mich okay, aber mehr leider auch nicht. Schade.

Vielen Dank an Atlantik Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Exemplars.

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