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Rezension

[Rezension] Nina Schilling: Melting my heart

Ansicht "Melting my heart"

Nina Schilling: Melting my heart
Format: eBook
Verlag: Piper
Erscheinungstermin: März 2022
Seiten: 456 Seiten

Inhalt

„Bisher habe ich immer gedacht, dass alles, was mir widerfahren ist, mich verkorkst hat. Dass ich so wie ich bin gar kein Glück finden kann. Aber hier in Grays Armen werde ich eines Besseren belehrt.“

Gray und Row könnten nicht unterschiedlicher sein: Er ein gefeierter Eishockeystar, sie eine fleißige Studentin, die sich am liebsten aus allem raushält. Geprägt von den schlimmen Erfahrungen, die Row und ihre beste Freundin Alexis in der Schule durchstehen mussten, hat Row kein Vertrauen mehr zu anderen Menschen. Erst recht nicht zu Kerlen mit viel zu viel Selbstvertrauen. Eine lange Nacht bringt Row trotzdem mit Gray zusammen – doch was passiert, wenn alle Mauern fallen gelassen werden?

(Piper Verlag)

Meinung

Ich habe bisher noch keine Geschichten von Wattpad gelesen – zumindest soweit ich bewusst weiß. Daher war ich sehr neugierig und wollte mit „Melting my heart“ eine erste solche lesen. Das Cover hat mich sehr gefangen genommen, denn ich finde es sehr gelungen. Auch der Klappentext klang sehr spannend.

Schwieriger Einstieg

Die ersten Seiten fielen mir leider etwas schwer und ich hatte schon Sorge, dass mir das Buch nicht gefallen könnte. Obwohl ich direkte Einstiege sehr gerne mag, hatte ich bei „Melting my heart“ meine Probleme, da ich nicht wusste, worauf die ersten Szenen hinaus wollten. Außerdem kamen ziemlich schnell viele Namen ins Spiel, sodass ich die Charaktere zu Beginn nicht richtig auseinander halten konnte. Das hat meine Erwartungen leider erstmal etwas gedämpft.

Zu meinem Glück wurde es mit dem weiteren Verlauf aber besser. Das Buch hat sich allmählich auf einige Charaktere konzentriert, sodass ich die Namen besser zuordnen konnte. Auch wurde mir klarer, wie der rote Faden verläuft. Dadurch konnte ich mich wieder mehr auf die Handlung einlassen.

Zwei verschiedene Sichten der beiden Hauptcharaktere

„Melting my heart“ ist aus der Sicht von Gray und Row geschrieben, sodass wir beide sehr gut kennenlernen können. Rows Szenen überwiegen aber etwas mehr, da sich die Handlung mehr auf sie und ihre Probleme konzentriert. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, sondern war in meinen Augen gut gewählt. Trotzdem kommen die Gedanken und Gefühle von beiden Charakteren sehr gut rüber und man kann ihre Handlungen gut nachvollziehen.

Gray als männlicher Part war mir sehr sympathisch, denn er wirkte zwar nach außen teilweise wie das typische Sportler-Klischee. Es wird aber sehr schnell deutlich, dass in ihm so viel mehr steckt. Er setzt sich für seine Mitmenschen ein und weiß, dass er nicht alles auf eine Karte setzen darf. Denn nur eine Verletzung könnte ihm die Sport-Karriere zerstören. Das hat mir gut gefallen.

Row und ihre Probleme

Bei Row hingegen war ich mir teilweise unsicher, ob sie mir sympathisch ist oder nicht. Sie hat mit den Problemen aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen, die nicht nur ihr das Leben schwer gemacht haben, sondern auch das ihrer besten Freundin. Die Freundschaft der beiden hat mir gut gefallen. Auch wie sie sich im weiteren Verlauf entwickelt. Aber bei Row selbst hatte ich manchmal meine Zweifel, ob sie sich richtig entwickelt. Dabei kann ich ihre Vertrauensprobleme sehr gut nachvollziehen.

Die Themen, mit denen sie und ihre beste Freundin in der Vergangenheit zu kämpfen hatten, sind nicht ganz einfach. Aber sie sind wahnsinnig realistisch und passieren leider regelmäßig. Manche Szenen haben mich persönlich sehr angesprochen, weil ich sie so gut nachvollziehen konnte. Sie haben alte Erinnerungen hochgeholt, sodass ich direkt mit den Charakteren gelitten habe, weil ich weiß, wie groß der Schmerz sein kann. Wer damit nicht gut umgehen kann, sollte sich vielleicht eher von der Geschichte fern halten.

Von schwach zu stark

So schwach „Melting my heart“ für mich begann, umso stärker wurde es mit dem Verlauf der Handlung. Die Szenen spitzen sich zu und bauen einen tollen Spannungsbogen auf. Man kann gut mitverfolgen, wie sich die Charaktere entwickeln und dass sie aus sich heraus kommen. Das hat mir gut gefallen. Gerade gegen Ende wurde ich immer mehr mitgerissen und wollte wissen, wie das Ende gestaltet wird.

Das, was mich aber durchgehend etwas enttäuscht hat: Der Alkohol wird immer wieder ziemlich thematisiert und fast schon zu harmlos dargestellt. Prinzipiell bin ich kein Mensch, der Probleme damit hat, wenn Alkohol, Rauchen oder Drogen in Büchern vorkommen. Gerade bei Studenten und ihren Veranstaltungen sind das typische Themen. Ein bewussterer Umgang wäre mir aber in der Geschichte trotzdem lieber gewesen. Das ist aber nur eine Kleinigkeit.

Fazit

Insgesamt hat mich „Melting my heart“ doch überraschen können. Nach meinen anfänglichen Problemen mit den Einstieg in das Buch hat sich die Geschichte zu einer spannenden und thematisch komplexen Handlung entwickelt. Die angesprochenen Probleme sind sehr realistisch und sollten viel mehr in Büchern thematisiert werden.

Vielen Dank an Piper Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Exemplars.

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