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Rezension

[Rezension] Marie Lacrosse: Das Weingut – In stürmischen Zeiten

Ansicht "Das Weingut - In stürmischen Zeiten"

Marie Lacrosse: Das Weingut – In stürmischen Zeiten
Format: Klappbroschur
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungstermin: Juli 2018
Seiten: 672 Seiten
Reihe: Das Weingut 1

Inhalt

Weißenburg im Elsass im Jahr 1870: Die junge Waise Irene kommt als Dienstmädchen in das Herrenhaus des reichen Weinhändlers Wilhelm Gerban. Dessen Sohn Franz glaubt an die Ideale der französischen Revolution, wofür sein Vater wenig Verständnis hat. Als Irene auf Franz trifft, verlieben die beiden sich leidenschaftlich ineinander. Doch nicht nur Standesschranken und familiäre Intrigen stehen ihrer Beziehung im Wege. Auch am europäischen Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Ein furchtbarer Krieg bricht aus. Gegen alle Widerstände kämpfen die beiden jungen Leute um ihr Glück. Bis das Schicksal unbarmherzig zuschlägt …

(Klappentext)

Meinung

Nachdem uns die Reihe „Die Farben der Schönheit“ von Corina Bomann sehr gut gefallen hat, wollten madl_books86 und ich gerne eine weitere Familiensaga / historische Reihe lesen. Dabei fiel die Wahl auf „Das Weingut“ von Marie Lacrosse, auf die wir beide sehr neugierig waren. Den Start machten wir natürlich mit dem Auftakt „Das Weingut – In stürmischen Zeiten“.

Der Einstieg und weiteres Material

Der Einstieg in die Reihe gefiel mehr sehr gut. Was mir besonders gefallen hat: Vor dem Prolog gibt es Karten, die die Gebiete zeigen, wo das Buch später spielen wird. Außerdem gibt es direkt ein kleines Personenverzeichnis, indem man immer wieder nachschauen kann, wenn irgendein Name nicht mehr klar ist. Das machte es einfacher, die Personen kennenzulernen und man konnte sich die Strecken zwischen den Orten besser vorstellen.

Unabhängig davon hat mich aber der Prolog schon direkt abgeholt. Wir bekommen einen kleinen Einblick in Irenes Vergangenheit und bzw. in die ihrer Familie. Da hier keine Namen genannt werden, bleibt es natürlich die ganze Zeit spannend, wie sich alles später aufklären wird. Also ein sehr gut gewählter Einstieg.

Verschiedene Sichtweisen und ein tolles Extra

Im weiteren Verlauf springen wir sozusagen in die Gegenwart der Charaktere. Die ersten Kapitel spielen noch vier Jahre vor der eigentlichen Zeit, sodass die Personen in Ruhe vorgestellt werden können. Wir begleiten Irene auf ihrem Weg und bekommen mit ihr die Sicht vom Dienstpersonal. Durch Wilhelm Gerban und seinen Sohn Franz wird die andere Perspektive dargestellt, denn ihnen gehört das Haus. Zwischendurch gibt es auch ein paar Einblicke durch andere Personen, die die Geschichte insgesamt abrunden und die nötigen Informationen übermitteln.

Was mir sehr gut gefallen hat und was ich bisher noch nicht oft in Büchern gesehen habe: Innerhalb der Kapitel werden die einzelnen Abschnitte immer mit Unterüberschriften begonnen. In ihnen wird kurz mitgeteilt, an welchem Ort die nächste Szene spielen wird und zu welcher Zeit. Und das ganze sehr genau, denn es steht immer das Datum und zu welcher Tageszeit ungefähr die Handlung stattfinden wird. Dadurch kommt man niemals durcheinander und kann sehr gut mitverfolgen, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist. Ein absoluter Pluspunkt.

Sorge vor zu viel Handlung an der Front

„In stürmischen Zeiten“ spielt größtenteils im Jahr 1870 und während des Krieges. Daher gibt es einige Szenen, die an der Front spielen und welche, die zum Beispiel im Lazarett stattfinden. Kurzzeitig hatte ich Sorge, dass das Buch zu viel Krieg thematisieren und es wie ein Bericht von der Front sein wird. Zum Glück wurden die Szenen aber nicht zu viel und das Buch konzentriert sich mehr auf alles andere drum herum. Marie Lacrosse hat jedoch alle Handlungsstränge – ob an der Front, im Lazarett oder sonst wo – sehr genau und bildlich beschrieben. Ich hatte die Szenen direkt vor dem Auge und das hat mich umso mehr mitgerissen. Im Nachwort erläutert sie, dass sie Augenzeugenberichte genutzt und ihre Geschichte schon deutlich verharmlost hat. Das hat mich echt umgehauen.

Vielschichtige Charaktere

Die Charaktere waren eine bunte Mischung. Einige waren mir sehr sympathisch, während andere genau das Gegenteil waren und ich gegen diese eine richtige Antipathie entwickelte. Das Hausmädchen Irene gehört zu ersteren. Sie ist ein toller Charakter, nicht auf den Mund gefallen und bringt einige tolle Aspekte in die Handlung. Ebenso verhält es sich mit Franz. Er zeigt direkt zu Beginn, was in ihm steckt und welch guter Mensch er eigentlich ist. Später hat er zwar zu kämpfen, aber das ist aufgrund seiner Lage vollkommen verständlich.

Wilhelm und Mathilde (Franz‘ Vater und Schwester) hingegen sind zwei Personen, die wahnsinnig anstrengend waren. Nicht nur einmal wollte ich sie gerne schütteln oder habe laut geflucht. Sie machen die Handlung zwar erst zu dem, was sie ist und sind sehr notwendig. Trotzdem sind sie mir absolut unsympathisch und ich hoffe, dass die in der Reihe noch ihre „gerechte Strafe“ bekommen.

Fazit

Für mich war „In stürmischen Zeiten“ ein toller Auftakt der Reihe „Das Weingut“. Eine spannende Handlung bis zur letzten Seite. Interessante und vielseitige Charaktere runden das ganze insgesamt ab. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Fortsetzung und freue mich auch bereits auf die anderen Reihen von Marie Lacrosse.

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