Ein Liebes-Experiment, bei dem sich beide Partner mit anderen Menschen treffen, um Erfahrungen zu sammeln, klingt erstmal interessant und daher war ich sehr neugierig auf „The Love Experiment“ von Stephanie Perkins. Meine Erwartungen? Viel Humor, der ein oder andere Fehlgriff und insgesamt einfach eine eher spritzige Geschichte. Ob diese erfüllt wurden und wie mir das Buch gefallen hat, erfährst du in meiner Buchrezension.
Warum mich das Buch neugierig gemacht hat
Bibliothekarin Ingrid ist schon Ewigkeiten mit ihrem Partner Cory zusammen. Beide hatten nie eine andere Beziehung, sondern kennen nur sich. Als Ingrids Schwester ihre Hochzeit verkündet, machen sich Ingrid und Cory Gedanken darüber, warum sie selbst bisher nicht verheiratet sind und ob sie gemeinsam Kinder haben möchten. Da ihnen die Erfahrungen mit anderen möglichen Partnern fehlen, vereinbaren sie ein Experiment, wo sie sozusagen einen Monat eine Beziehungspause einführen, in der sie nicht miteinander kommunizieren und getrennt wohnen. Währenddessen sollen beide die fehlenden Erfahrungen aufholen und sich nach dem Monat sicher sein, dass sie ihr gesamtes Leben miteinander verbringen möchten.
Genau das hat mich überzeugt, das Buch lesen zu wollen und genau darauf beriefen sich meine Erwartungen. Der Einstieg in die Geschichte ging auch schnell und Protagonistin Ingrid befand sich schon nach kurzer Lesezeit in diesem Experiment. Da noch einige Seiten vor mir lagen, ging ich davon aus, dass es viele Date-Beschreibungen geben wird und meine Vorfreude war groß.
Ingrids Entwicklung und die Date-Phase
Die Date-Erfahrungen von Ingrid habe ich beim Lesen auch bekommen. Aber erst, nachdem sie aus ihrer Art Schockstarre rausgekommen ist. Denn statt die Zeit der Beziehungspause sinnvoll zu nutzen, wie sie es mit ihrem Partner Cory vereinbart hatte, fiel sie zuerst in Trauer und Selbstzweifel. Prinzipiell nachvollziehbar, aber hat der Handlung einen kleinen Dämpfer gegeben.
Ungefähr ein Viertel des Buches – würde ich jetzt schätzen – drehte sich dann auch um die Dates. Einige davon waren – wie von mir erhofft – eher Fehlgriffe und haben der Handlung ein bisschen Humor gegeben. Manch andere wurden schon fast theatralisiert und haben mir Ingrid nicht gerade sympathischer erscheinen lassen.
Insgesamt wusste ich oft nicht, was ich von der Protagonistin halten sollte. Sie befand sich auf einer Art Weg der Selbstfindung, stand sich aber trotzdem ständig selbst im Weg. Wurden ihr Chancen direkt vor die Nase gesetzt, fand sie noch Gründe, warum sie diese nicht ergreifen wollte. Stattdessen kam ihr eine Idee, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen könnte.
Wenn das Buch etwas anderes erzählt als versprochen
Und genau da war für mich dann auch klar, dass das Buch mit seinem Klappentext etwas anderes verspricht. Denn statt des Liebes-Experiments, geht es mehr um den Weg zur Selbstverwirklichung von Ingrid. Wie sie einen Traum (wieder) entdeckt und versucht, diesen zu erfüllen. Ihr Partner Cory landet ziemlich schnell im Hintergrund. Stattdessen gerät der in der Buchbeschreibung angekündigte Kollege mehr ins Rampenlicht. Von dem Experiment bleibt nicht mehr viel übrig und es ist letztendlich mehr der Einstieg in die eigentliche Handlung gewesen. Ich möchte an der Stelle natürlich nicht zu viel spoilern, aber potenzielle Leser sollten sich dessen bewusst sein. Denn der Titel des Buches verspricht einfach etwas komplett anderes, als nachher in den Seiten drin steckt.
Fazit
Das ist auch der Grund, warum ich letztendlich eher enttäuscht von „The Love Experiment“ war. Nach dem Lesen des Klappentextes habe ich eher mit einer Art „RomCom“ gerechnet. Also eine Komödie mit Liebesgeschichte. Ich hatte gedacht, dass die Dates mit anderen Personen während der Beziehungspause im Vordergrund stehen und es sich am Ende zur Erkenntnis entwickelt, welcher Partner die richtige Wahl ist. Im Grunde genommen ging es aber mehr darum, dass sich Protagonistin Ingrid selbst findet und parallel die mögliche Liebesbeziehung zu ihrem Kollegen erforscht. Von einer Komödie habe ich eher weniger gelesen und auch die Liebe kam mir deutlich zu kurz. „The Love Experiment“ ist mehr ein Roman mit Liebesanteil. Wer sich dessen vor Beginn des Buches bewusst ist, wird vielleicht weniger enttäuscht.
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Inhalt
11 Jahre Beziehung, 1 Monat Dates mit anderen und die große Frage: Führt dieses Love Experiment zum Happy End?
Die 29-jährige Ingrid ist Bibliothekarin in dem gemütlichen Bergstädtchen Ridgetop, North Carolina. Mit ihrem Partner Cory ist sie seit dem College zusammen. Über eine Hochzeit haben die beiden nie gesprochen, schließlich sind sie mit ihrer Beziehung rundum glücklich. Doch als Ingrids kleine Schwester an Weihnachten plötzlich ihre Verlobung bekannt gibt, stellen sich Ingrid und Cory die unvermeidliche Frage: Werden sie heiraten und Kinder bekommen?
Die Sache ist nur: Beide waren nie mit einer anderen Person zusammen. Wäre es da nicht fahrlässig, sich das Ja-Wort zu geben, ohne zu wissen, was sie verpassen? Da sie ohnehin füreinander bestimmt sind, kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? Schnell steht der Plan fest: Cory zieht für einen Monat aus, in dem beide daten können, wen sie wollen, bevor dann die Hochzeitsglocken klingeln. Ingrid hat auch schon den perfekten Mann für das Experiment im Sinn: ihr Kollege in der Bibliothek, in den sie seit Jahren heimlich verknallt ist. Doch ganz so leicht scheint das mit dem unverbindlichen Daten nicht zu sein. Und als Ingrid und Cory sich nach einem Monat wiedersehen, müssen sie entscheiden: War ihr Love Experiment ein Erfolg?
Informationen
Titel: The Love Experiment *(Werbung)
Autor: Stephanie Perkins
Verlag: Atlantik Verlag
Erscheinungstermin: 14. Oktober 2025
Seiten: ca. 560 Seiten
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
Transparenz
Dieses Buch wurde mir als kostenloses E-Book-Rezensionsexemplar über Netgalley zur Verfügung gestellt. Mit einem Sternchen (*) markierte Links sind Affiliatelinks. Mehr dazu.
